Über Max Riemelt

Über Max Riemelt

Autodidakt, Nachwuchsschauspieler, Shooting Star, Charakterdarsteller, Export-Schlager – es gibt wohl kaum ein Prädikat, das Max Riemelt noch nicht verliehen wurde. Dabei stammt die wohl treffendste Charakterisierung vom Fotografen Jim Rakete: „Wenn er eine halbe Minute nix zu tun hat, springt er. So richtig einen Meter hoch mit seinen Tennisschuhen“, sagte Rakete 2014 über Max Riemelt. Und er hat Recht, denn nicht zufällig blickt Max Riemelt schon mit 32 Jahren auf eine rund zwei Jahrzehnte lange Karriere als Film- und Fernseh-Schauspieler zurück und gilt als einer der gefragtesten Charakterdarsteller Deutschlands.

Am 7. Januar 1984 in Berlin-Mitte geboren, sammelte Max Riemelt schon als Kind erste Erfahrungen als Schauspieler – erst auf der Theaterbühne seiner Tante und in der Theater-AG seiner Schule, später dann als damals 13jähriger durch kleinere Nebenrollen in den Fernsehproduktionen „Eine Familie zum Küssen“ und „Praxis Bülowbogen“.
Einem größeren Publikum wurde Max Riemelt erstmals 1998 bekannt: In der ZDF-Weihnachtsserie „Zwei Allein“ (1998, Regie: Matthias Steurer) übernahm er die Hauptrolle.

Rollen in Fernsehproduktionen wie dem Roadmovie „Ein Weihnachtsmärchen – Wenn alle Herzen schmelzen“ (1999, Regie: Johannes Fabrick) oder Friedemann Fromms „Brennendes Schweigen“ (2000) wechselten sich die nächsten drei, vier Jahre mit ersten Hauptrollen in Kinofilmen wie Dana Vávrovás Kinderfilm „Der Bär ist los“ (1999) oder Dennis Gansels‘ Coming-of-Age-Komödie „Mädchen, Mädchen“ (2001) ab.

Seinen Durchbruch schaffte Max Riemelt schließlich mit Dennis Gansels Drama „NaPolA – Elite für den Führer“: 2004 wurde Riemelt beim Internationalen Filmfestival Karlovy Vary als bester männlicher Darsteller geehrt. Die European Film Promotion ernannte ihn 2005 auf der Berlinale zum deutschen „Shooting Star.“ Den „Rising Star Award“ erhielt er im gleichen Jahr beim Hamptons International Filmfestival.

Die Liste der namhaften Schauspieler, mit denen Max Riemelt seitdem vor der Kamera stand, ist lang: Tom Schilling, Devid Striesow und Justus von Dohnanyi beispielsweise, Jan Josef Liefers, Klaus J. Behrendt und Jessica Schwarz oder aber auch Uwe Ochsenknecht, Jürgen Vogel, Katja Riemann, Moritz Bleibtreu und Hollywood-Star Danny Huston.

Auch stilbildende Regisseure wie Dominik Graf arbeiteten mit Max Riemelt zusammen: Erstmals spielte er 2006 im Liebesfilm „Der Rote Kakadu“ die Hauptrolle an der Seite von Jessica Schwarz und gewann den Bayerischen Filmpreis als „Bester Nachwuchsdarsteller“. Die nächste Kollaboration von Dominik Graf und Max Riemelt stellte einen ganz entscheidenden Wendepunkt in seiner Karriere dar: Im Krimi-Zehnteiler „Im Angesichts des Verbrechens“ (2010) spielte Max Riemelt die Hauptrolle, den Polizisten Marek Gorsky. Mit Erfolg: „Im Angesicht des Verbrechens“ wurde 2010 als „Bester Mehrteiler“ mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet und Max Riemelt selbst wurde als Teil von Cast und Crew gleich doppelt geehrt: Mit dem Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie „Besondere Leistung Fiktion“ und dem Grimme-Preis im Wettbewerb „Fiktion“. 2011 folgte die Nominierung für die Goldene Kamera in der Kategorie „Bester deutscher Schauspieler“.

Seitdem hat sich Max Riemelt durch vielfältige und eindrucksvoll gespielte Rollen in Kinoproduktionen wie „Freier Fall“ (2013, Regie: Stephan Lacant) oder „Auf das Leben“ (2014, Regie: Uwe Janson) und Fernsehproduktionen wie „Blutgeld“ (2013, Regie: René Heisig) endgültig vom Image des „Jungschauspielers“ befreit und ist zu einem der gefragtesten Charakterdarsteller Deutschlands avanciert.

Und auch international macht Max Riemelt zunehmend von sich Reden. Während der Berliner mit deutschen Produktionen wie „NaPolA – Elite für den Führer“, „Die Welle“, „Freier Fall“ und „Auf das Leben“ schon seit Jahren auf Filmfestivals rund um den Globus präsent ist, entdecken auch immer mehr internationale Regisseure das Talent des Berliners. In Eran Reklis Biopic „PlayOff“ übernimmt Riemelt genauso Hauptrollen wie in Barbet Schröders Drama „Amnesia“ und Jan Komasas Film „Miasto 44“ über den Warschauer Aufstand vom August 1944. In der von Tom Tykwer und den Wachowski-Geschwistern für Netflix produzierten Science Fiction-Serie „Sense8“ spielt Max Riemelt als einziger Deutscher eine Hauptrolle. Die Serie wird 2016 fortgesetzt.